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FU Berlin, Ägyptologisches Seminar, 4.12.2015
« Le multilinguisme dans la Méditerranée antique», Colloque international, 5-6 novembre 2015, Montpellier, MSH-M / Labex Archimede
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In the Ptolemaic era, Thebes was setting the stage for military upheavals and rebellions, while it maintained its religious prestige that centred on the cult of Amunrasonther in Karnak. Meanwhile, the cults appear to be much diversified,... more
In the Ptolemaic era, Thebes was setting the stage for military upheavals and rebellions, while it maintained its religious prestige that centred on the cult of Amunrasonther in Karnak. Meanwhile, the cults appear to be much diversified, as evidenced in the various priestly titles that occur on private monuments, like the myriad of statues that were set up in the temple of Karnak by pious priests and their peers.

I studied the evolution of the high priest’s families in Thebes, e.g. the First to Fifth Prophet of Amun and the so called Great and Second Governor in Thebes, by using a prosopographical approach that consisted of gathering all available data from published and unpublished sources, e. g. temple statues, funerary equipment and demotic administrative texts and contextualizing them.

In the last four centuries, the high-status titles in Karnak underwent a couple of significant changes. Even though the elites, like the influential family of the First Prophets of Amun, that were installed in Thebes during the 30th dynasty remain intact through the early Ptolemaic period, they are deeply affected by the appearance of a new office at the end of the 3rd century, the Great Gouvernor in Thebes (HAti-a wr m WAs.t). Whereas traditional titles like the First Prophet of Amun were hereditary in the Early Ptolemaic Period this office is found in a wide array of families, who alternate in office. In their self-presentation, the Gouvernors portray themselves as courtiers of the divine king of Thebes, Amunrasonther, whose presence they are allowed to enjoy exclusively, while others are explicitly excluded. By integrating a pattern of specific epithets into their titles, they manage to create a new referential system that differs significantly from the title strings of e. g. the First Prophet of Amun in the early Ptolemaic Period.
A second shift can be determined at the end of the 2nd century BC, when the offices of First to Fourth prophet of Amun are taken over by high administrative Ptolemaic officials, like the strategos of the Thebaid Plato, son of Plato.

By analyzing these turning points in the evolution of the Theban elite, this paper tries to highlight the transformation of the traditional Theban charges in Karnak over a period of 400 years.
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In ptolemäischer Zeit war Theben immer noch ein bedeutendes religiöses Zentrum. Dies bezeugen nicht nur die rege Bauaktivität der Ptolemäer sondern auch die Privatdenkmäler der thebanischen Priesterschaft, zu denen über 350 Tempelstatuen... more
In ptolemäischer Zeit war Theben immer noch ein bedeutendes religiöses Zentrum. Dies bezeugen nicht nur die rege Bauaktivität der Ptolemäer sondern auch die Privatdenkmäler der thebanischen Priesterschaft, zu denen über 350 Tempelstatuen in Karnak gehören. In meiner Dissertation wurden die Familien der Ersten bis Fünften Propheten des Amun sowie der Großen und Nachfolgenden Gouverneure zum ersten Mal zusammenhängend untersucht.
Dafür wurden alle verfügbaren publizierten und unpublizierten Quellen gesammelt und prosopographisch ausgewertet. So konnten teils weitverzweigte Stammbäume der hohepriesterlichen Familien aus dem 4. bis 1. Jh. v. Chr. rekonstruiert werden.
In diesem Vortrag soll zunächst die diachrone Entwicklung der thebanischen Hohepriesterschaft in den letzten vier vorchristlichen Jahrhunderten nachgezeichnet werden. Dabei liegt das Augenmerk auf der Einführung der Doppelspitze des Großen und Nachfolgenden Gouverneurs, die im Laufe der Ptolemäerzeit zur bestimmenden Machtkonstellation in Karnak avanciert, und auf der Einflussnahme der ptolemäischen Gaustrategen im 1. Jh. v. Chr. Im Anschluss sollen spezifische Titel und Epitheta dieser Priestergruppen betrachtet und in ihren Kultkontext eingebettet werden. Beispielsweise inszenieren sich die Gouverneure in Theben als Höflinge des Götterkönigs Amunrasonther, die in die innersten Bereiche seines Palastes, dem Ach-Menu, treten dürfen. Diese Kontextualisierung leistet einen Beitrag zur Rekonstruktion der thebanischen Kultlandschaft in ptolemäischer Zeit.
Zahlreiche Privatdenkmäler der Ptolemäerzeit bezeugen die stark differenzierte Struktur der damaligen thebanischen Priesterschaft, die sich durch die individuellen Titelsequenzen der Propheten des Amun nachvollziehen lässt. Die Begriffe... more
Zahlreiche Privatdenkmäler der Ptolemäerzeit bezeugen die stark differenzierte Struktur der damaligen thebanischen Priesterschaft, die sich durch die individuellen Titelsequenzen der Propheten des Amun nachvollziehen lässt. Die Begriffe „Hohepriesterschaft“, haut clergé oder high clergy sind in der Ägyptologie Sammelbecken für unterschiedliche Titelträger, deren Zugehörigkeit zu dieser Gruppe insbesondere durch ihre Titel, aber auch durch ihre reiche oder qualitativ hochwertige materielle Hinterlassenschaft begründet wird. Auf sichererem Grund können wir von der „Hohepriesterschaft“ sprechen, wenn wir Titelträger in exponierten Rollen kontextualisieren können, sei es durch die Zuhilfenahme von Tempeltexten oder beispielsweise durch das Buch vom Tempel. Als Fallbeispiel dafür, was einen solchen hochrangigen Propheten des Amun ausmacht, eignet sich das Amt des Großen Gouverneurs in Theben (HAti-a wr m WAs.t). Seine Titelsequenzen und Epitheta sollen in diesem Vortrag vorgestellt und kontextualisiert werden, indem unterschiedliche Quellengattungen einbezogen werden. Dabei soll herausgearbeitet werden, welche Titel und Epitheta diesem Amunspriester in den Privatdenkmälern exklusiv zukommen und inwiefern diese die individuelle Anpassung der Norm darstellen, die sich in den Tempeltexten greifen lässt.
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Die hierarchische Spitze der Ämterstruktur in Karnak firmiert in der Ägyptologie unter dem Begriff der Hohepriesterschaft, high clergy oder haut clergé. Auch in der Ptolemäerzeit bestehen die traditionellen Ämter des Ersten bis Vierten... more
Die hierarchische Spitze der Ämterstruktur in Karnak firmiert in der Ägyptologie unter dem Begriff der Hohepriesterschaft, high clergy oder haut clergé. Auch in der Ptolemäerzeit bestehen die traditionellen Ämter des Ersten bis Vierten Propheten des Amun in Karnak fort. Mit der Einrichtung der fünften Priesterphyle wird diese Ordnung um einen weiteren ergänzt. Die Titulaturen dieser hohen thebanischen Propheten sind sehr elaboriert und können sowohl administrative als auch kultische Rollen in der thebanischen Region umfassen. Eindeutig können Amtsträger, die nicht zur traditionellen Hierarchie des Ersten bis Vierten Propheten des Amun gehören, dann der "Hohepriesterschaft" zugerechnet werden, wenn sich ihre Titel und Epitheta in exponierten Rollen in Kult und Administration kontextualisieren lassen, sodass ihre hierarchische Stellung durchscheint. Wenn zudem diese speziellen Titel und Epitheta einem Amt bzw. dessen Trägern kohärent zukommen, sind sie einem Normierungsprozess unterworfen. Falls der betreffende Amtsträger zudem an mehreren Kultorten anzutreffen ist, kann in einem weiteren Schritt nach der überregionalen Konzeption und Normierung des Amtes gefragt werden.

Dieser Prozess soll exemplarisch am Beispiel des sog. "Großen" und "Nachfolgenden Gouverneurs"auf zwei Ebenen untersucht werden. Im ersten Schritt sollen die Darstellungen und Beischriften der Gouverneure in den sog. Neujahrprozessionen der Tempel von Edfu und Dendera in den Blickpunkt genommen werden, indem nach der hierarchischen Stellung der Gouverneure innerhalb der Prozession und ihren kennzeichnenden Epitheta gefragt wird. In einem zweiten Schritt sollen die Ergebnisse des ersten Teils mit ausgewählten Privatdenkmälern aus dem thebanischen Raum kontrastiert werden, um der Frage einer überregionalen Normierung dieser Ämter nachzugehen.
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On the basis of two case studies from the Theban region, namely the Chief Astronomer of Amun and the High Governor of Thebes, the question is pursued as to which strategies were used to ostentatiously present the titles of priests in the... more
On the basis of two case studies from the Theban region, namely the Chief Astronomer of Amun and the High Governor of Thebes, the question is pursued as to which strategies were used to ostentatiously present the titles of priests in the iconography of Ptolemaic priest statues. Particular emphasis is placed on the contextualization of the represented individuals, their titles and iconography.
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„The Thebaid in Times of Crisis“ deals with violent political and social conflicts in the Thebaid region in Upper Egypt in the Ptolemaic period (332-30 BCE). The conference highlights the rebellion as well as the efforts undertaken by the... more
„The Thebaid in Times of Crisis“ deals with violent political and social conflicts in the Thebaid region in Upper Egypt in the Ptolemaic period (332-30 BCE). The conference highlights the rebellion as well as the efforts undertaken by the Ptolemaic state to integrate and maintain the territory in their realm. By reuniting international scholars of different fields, namely Egyptologists, Greek and Demotic Papyrologists, Ancient Historians, Numismatists and Archaeologists, the gathering follows a holistic approach to this central episode of Hellenistic Egypt. The goal is to redefine the relationship between political and religious institutions on a local and regional level – in a moment of crisis. The two antagonistic viewpoints, insurrection vs. integration, address the following questions:
Insurrection. What are the causes, developments and effects of the revolts in the Thebaid, especially of the „Great Theban Revolt“ (205-186 BCE), in light of recent research such as e.g. palaeoclimatical insights? What can be said about the course of the revolts based on a comparison of sources from the centre and the periphery? Are priests involved as actors in the revolts? How do they shape royal and rebel ideology? What interrelations can be determined? Do the revolts leave an imprint on sources other than papyri? What can we gather from the archaeological record, private monuments and numismatic sources?
Integration. Which strategies within the royal administration and cults are employed by the Ptolemies to integrate the Thebaid in their realm? Which measures are taken by the central administration after the uprising of the „Great Theban Revolt“ and other crises to stabilise the region, economically and theologically? In this stabilisation effort, what is the role of the local temples and their priests vis-à-vis the royal administration? 26 years after the colloquium „Hundred-Gated Thebes“ in Leiden and 12 years after the workshop „Perspectives on Ptolemaic Thebes“ in Chicago, the conference „The Thebaid in Times of Crisis“ takes stock of the progress in the field, introduces recent findings and opens up new avenues for research through interdisciplinary discussion.

thebaid2019.wordpress.com
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